Über Semesterstart, Sargbau und Strommasten

2 Wochen lange sollte jetzt hier alles auf Normalbetrieb laufen, aber weit gefehlt. Wir hatten sehr viele Stromausfälle; so viele wie wir sie in diesem Land noch nicht erlebt hatten. Da unser Wasser hochgepumpt wird, mussten wir zum Duschen immer einen Generator anstellen. Unser Leiden war allerdings gegenüber den anderer noch gering. Auch das Wasser für die Studenten wird aus einem Bach hochgepumpt und das ging ebenfalls eher selten. Waschen und Trinkwasser holen mussten sich die Studenten dann aus zwei Bächen aus der Nähe. Der Grund für die Stromausfälle lag darin, dass jemand mit dem Auto einen Strommast umgefahren hat. Beim Aufstellen ist dann der nächste umgekippt.

Um den Studenten wenigsten etwas zu helfen, haben wir Lehrer beschlossen, den Unterricht erst zur zweiten Stunde beginnen zu lassen, so hatten sie morgens im Hellen mehr als 60 Minuten Zeit, um sich fertig zu machen.

Leider steht gerade unsere Angestellte für die Kinderbetreuung (haus meri) nicht zur Verfügung. Wir mussten also die Kinderbetreuung anders organisieren. Da die Frauen noch gar nicht unterrichtet werden, weil die verantwortliche Lehrerin krank war und jetzt auf einer Fortbildung weilt, hatten die Frauen der Studenten also mehr Zeit als sonst. Eine Frau eines Studenten und eine Frau eines Kollegen kümmern sich nun vormittags um unsere Kinder.

Monika, meine Schwiegermutter, ist wieder gut in Deutschland angekommen. Kurz vor ihrem Aufbruch aus Finschhafen, hat sie noch einmal tatkräftig mit angefasst. Ein langjähriger Mitarbeiter unserer Werkstatt war verstorben. Früher hat er Särge für andere gebaut, nun baute Moni zusammen mit einigen Niuginis den Sarg für ihn. IMG_20180209_181500Eine Bestattung ist hier immer einige große Angelegenheit, aber dieser Mann hat viel für das Seminar geleistet, sodass das ganze Seminar mehrere Tage in einiger gewissen Unruhe versetzt war: Gottesdienste, Essen für die Familie kaufen, Sargbau, Transport des Leichnams vom Krankenhaus zum Wohnort im „Busch“ hinterm Seminargelände. Mich hat besonders beeindruckt, wie Frauen quasi auf den Moment extrem stark schluchzen und heulen können und wirklich alle Trauer herausschreien. Der Sarg wurde in die Erde gelassen und ich bekam wegen des Gefühlsausbruchs eine Gänsehaut.

Den Unterricht habe ich dieses Jahr anders begonnen. Von den Studenten des letzten Jahrgangs ließ ich mir im Kurs „Eschatologie“ in den ersten beiden Stunden von Erlebnissen aus dem Vikariat rund um das Thema „Bestattung“ erzählen. Bemerkenswerterweise fielen die „Erzählstunden“ vor und nach der erlebten Bestattung. Ich habe noch mal einiges über Ahnenverehrung, Kagokult und der Geisterwelt, die uns hier umgibt, erfahren. Ich hoffe, einige der Themen im Kurs wieder aufgreifen zu können.

Auch einige Seiten der uns umgebenden Natur konnten Anne und ich noch entdecken. Ein Student führte Anne und Monika durch kleine Trampelpfade, die Logaweng umgeben und Monika und mich in eine nahe gelegene Höhle, in der viele Fledermäuse leben.

Ganz aktuell freuen wir uns an einem neuen Gesicht. Dr. Simon Ganal soll in einem lutherischen Krankenhaus, dass noch abgelegener gelegen als unser Seminar liegt, mitarbeiten. Er ist nun gerade zur Orientierung hier im 4 km entfernten Krankenhaus. Gestern war er schon mit uns im nahen Bach baden.

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Es war also in den ersten Wochen wieder in Logaweng absolut nicht langweilig. Wir warten allerdings hoffnungsvoll auf geregelten Alltag, haben aber auch die Zeit mit Monika genossen und sind begeistert, dass sich ein neuer Mitarbeiter nach Papua-Neuguinea aufgemacht hat.

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Wieder zu Hause und doch vieles anders.

Liebe LeserInnen in Nah und Fern,

über Nacht sind wir vor fast 2 Wochen von Hong Kong nach Port Moresby geflogen. Leider war der Flug deutlich zu kurz um zwischen Abendessen und Frühstück etwas Schlaf zu bekommen. Daher sind wir müde und geschafft in der Hauptstadt angekommen. Unser Anschlussflug war ärgerlicherweise überbucht. Ich wollte dies nicht einfach hinnehmen und 6 Stunden wartend in einer lauten Halle verbringen. Ich fragte entgegen der Kultur bestimmt nach einer Lösung. Tatsächlich stellte man uns ein Zimmer in einem luxuriösen Hotel zur Verfügung. Dort konnten wir uns vom Flug etwas erholen und auch ein gutes Mittagessen wurde uns auf Kosten von Air Nuigini noch serviert.

Spät nachmittags statt früh am Vormittag wurden wir dann von Dorothee und Jürgen Stadler, erfahrenen Kollegen in Goroka am Flughafen empfangen. Mit ihnen haben wir uns täglich getroffen, um über die Kultur Papua-Neuguineas, unseren Dienst und auch unseren Zukunftsplänen nachzudenken. Es hat gut getan nach einem Jahr PNG einmal gründlich über vieles nachzudenken! Das war vor allem auch gut möglich, weil meine Schwiegermutter während dessen auf Nora und Jaron aufgepasst hat. Ca. eine halbe Stunde von Goroka entfernt haben wir wieder in Asaroka auf einem Gelände von einem Kirchenkreis / Dekanat mitgewohnt. Vieles hatte sich dort im letzten Jahr positiv entwickelt: Mehr Sauberkeit, mehr Landwirtschaft und Dynamik bei den Bewohnern.

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Oben: Süßkartoffelnernte in Asaroka; unten Markt in Goroka.

20180125_134343Am Freitag vor einer Woche sind wir wieder in Logaweng angekommen. Monika wurde mit Blumenschmuck empfangen und eine Freundin von Nora wartete auch vor unserem Haus. Irgendwie habe ich gemerkt, hier gehören wir gerade hin.

Leider gibt es unsere Katze aber nicht mehr, obwohl mir versichert wurde, dass sie sehr gut gepflegt wurde. Aber seit wenigen Tagen haben wir nun 4 Hühner, von denen wir täglich 2 Eier bekommen. Ich hoffe, dass wir mit diesen Haustieren mehr Glück haben als mit dem Baumkänguru und der Katze!

IMG_20180129_081555Am Seminar muss sich vieles neu fügen. Bisher gibt es 17 neue Studenten, weitere sollen noch kommen. Den jetzigen zweiten Jahrgang kenne ich noch fast gar nicht, weil ich dort noch nicht eingesetzt war. Der dritte Jahrgang bildet die Konstante und der letzte Jahrgang ist gerade aus dem Vikariat zurück und mir nur sehr oberflächlich von der Erstorientierung 2016 bekannt. Ich bin immer gespannter aufs Unterrichten: „Eschatologie“ und „Johannesevangelium“ werde ich nun schon zum zweiten Mal erteilen, „Neutestamentliches Griechisch“ und „Zeitgeschichte des Neuen Testamentes“ wird ganz neu sein und ist statt auf Tok Pisin auf Englisch zu unterrichten. Anne erteilt auch zwei Kurse: „Gesetz und Evangelium“ als Querschnittsthema der einzelnen theologischen Disziplinen und für die Frauen „Kindergarten“. Da wieder zwei Dozentenstellen nicht besetzt sind, ist die Arbeitsmenge der einzelnen recht hoch. Ein Kollege kommt nach einem Fortbildungsjahr zurück und ein anderer bricht nach Fidschi auf, um einen Master der Theologie zu erwerben.

Ich hoffe, Familie und Beruf werden sich gut verbinden lassen und das auch wenn Monika wieder abgereist ist. Montag geht es richtig los, diese Woche bekamen die neuen Studenten noch eine Einweisung in Strukturen des Seminars: von Gartenarbeit bis Notengebung.

Gerade werde ich tatkräftig von unserem Freiwilligen Eric Arthur unterstützt. Er hat „meinen“ kleinen Buchladen und den kleinen Lagerraum aufgeräumt und übernimmt nicht nur während der Orientierungswoche der neuen Studenten den Verkauf. Stattdessen soll ich dafür zukünftig unseren jungen Bibliothekar bei seiner Arbeit zur Seite stehen.

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Im Sinne der Überschrift fasse ich noch mal zusammen: Statt Buchladen Bibliothek; statt Kater 4 Hühner; statt 4 Personen 3 Generationen unter einem Dach; der Unterricht findet nun hauptsächlich auf Englisch statt und viele neue Namen sind zu lernen.

Herzlich grüßt Euer / Ihr Knut Cramer

Rückblick Jahresurlaub

Wir hatten jetzt keinen Kulturschock, aber wir haben schon bemerkt, dass sich Deutschland verändert: Supermärkte bitten zunehmend Shoppping­erlebnisse. Konsum und Technikbegeisterung nehmen zu. Allerdings haben wir den Eindruckt, dass sich immer mehr Menschen vieles nicht mehr leisten können oder „nicht mehr mitkommen“. Uns sind auch viele Obdachlose aufgefallen.

Wir dagegen haben die Möglichkeit, „Kultur“ zu genießen: Kino, Theater, Erlebnisschwimmbad und feines Essen. Ich habe einen Freund in Berlin besucht und Anne, Jaron und ich sind von Ostfriesland über Bremen nach Hamburg gefahren. Im Überseemuseum in Bremen haben wir selbstverständlich die Abteilung „Melanesien“ besucht. Alle Ausstellungsstücke aus Papua-Neuguinea waren 20 Jahre alt und trotzdem entsprachen sie unseren gegenwärtigen Beobachtungen.

Ansonsten haben wir unsere Urlaubszeit bei unseren Eltern in Ostfriesland und Erlangen verbracht. Eltern, Geschwister und Onkels und Tanten haben sich an unseren beiden Kindern gefreut.

Von Erlagen sind wir zu Jonathan und Hannah Richter nach Stümpfelbrunn gefahren, um mit ihnen Silvester zu verbringen. Jonathan ist wie wir Pfarrer und beide haben 2 Kinder in dem Alter unserer Kinder. Es war erstaunlich zu sehen, wie vertraut Nora und Marieke mit einander spielten. Wir hatten uns während unseres Vikariats häufiger gesehen. Anscheinend haben auch die beiden großen Mädchen daran anknüpfen können. Anne und ich hat es jedenfalls sehr gutgetan, sich mit diesen und anderen Freunden auszutauschen. Das neue Jahr haben Jonathan, Hannah und wir beide mit einem gemeinsamen Gebet um einen Taufstein herum unter einer segnenden Christusfigur über den Altar begonnen, für uns alle ein eindrückliches Erlebnis!

Anfang des Jahres hat Annes Bruder standesamtlich geheiratet, sodass die ganze Familie zusammenkam. Stellenweise haben 11 Personen im Haus meiner Schwiegereltern geschlafen. Privatsphäre war dann auch in Deutschland Mangelware, dafür aber die Freude um so größer, mit allen dieses besondere Fest zu begehen. Aber bei der kirchlichen Hochzeit im Herbst werden wir nicht schon wieder anwesend sein…

In Erlangen haben wir in Annes Heimatgemeinde von unserer Arbeit in PNG berichtet, sie hat an einem Sonntag auch ihren Talar angezogen und auch im Familiengottesdienst hat sie einmal von Logaweng erzählt. Uns ist es eben wichtig, dass Menschen von Partnerschafts- und Missionsarbeit erfahren. Umso erfreulicher, dass viele Gemeindeglieder wirklich großes Interesse an PNG und Logaweng zeigten!RAW_8437_1

Ansonsten haben jährliche Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, Impfungen für Jaron und andere Arztbesuche angestanden. So hat sich der Urlaub nicht immer wie Urlaub angefühlt. Trotzdem freuen wir uns jetzt wieder auf PNG und die Menschen am Senior-Flierl-Seminary. Gedanklich bin ich schon bei einigen Kursen, die bald beginnen.

Gestern ging unser erster Flieger, mit dabei auch meine tapfere Schwiegermutter. Jetzt befinden wir uns gerade auf einen 4-tägigen Zwischenstopp in der Megaestadt Hong Kong. Erste Eindrücke von dieser modernen Stadt haben wir schon sammeln können.IMG_8552

Wir fliegen von Hong Kong übermorgen über Port Moresbey erstmal nach Goroka, um dort mit erfahren Kollegen über unseren Dienst nachzudenken. Für junge Pfarrer sieht die Landeskirche Fortbildungen und eine Reflexion des Dienstes vor. Gut, dass in PNG ältere bayrische Kollegen vor Ort sind, mit denen wir vor- und zurückblicken können. Ich hoffe, noch mal neue Ideen für die Zukunft zu bekommen.

Bus, Boot, Balus, Bahn, Brumbrum

Liebe Leser, das ist die Kurzversion unserer ziemlich langen Reise in den Urlaub nach Deutschland.

Am ersten Advent sind wir mit dem neuen Truck (Bus) des Seminars gemeinsam mit unseren philippinischen Kollegen zur Bootsanlegestelle in Gagidu gebracht worden. Von dort ging es weiter mit Boot nach Lae. Das Wetter war ideal, die See relativ ruhig. Dennoch spürt man nach ca. 3 Stunden Bootsfahrt und ziemlich vielen Stößen seinen Rücken ganz ordentlich!

In Lae waren wir drei Nächte im lutherischen Gästehaus. In drei Buchläden habe ich (Knut) Großeinkäufe vorgenommen, denn die Studenten und deren Angehörige, die zu den Abschlussfeierlichkeiten gekommen waren, hatten im Buchladen erfreulicherweise noch einmal ordentlich eingekauft. Vielerorts ist es in PNG gar nicht so leicht an Bücher zu kommen. Da ist es gut, wenn die Studenten ins Vikariat oder in ihren späteren Dienst mit einer, wenn auch sehr kleinen, Bibliothek das Seminar verlassen.

Ich (Anne) habe in Lae erst wieder gemerkt, wie lange ich nicht in dieser Stadt war. Ungefähr vier Monate war dies her. Der Grund: Mit Kindern ist die Überfahrt bei unbeständigen Wetter nicht zu empfehlen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, die Kollegen in Lae wieder einmal zu treffen. Ein besonderes Highlight: Eine adventliche Geburtstags- Teestunde mit Plätzchen und Adventsliedern.

Mittwoch, den 06.12. wurden wir in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen gebracht. Mit dem Balus (dt. Flugzeug) sind wir über Port Moresby (Flug eine Stunde, acht Stunden Aufenthalt in Port Moresby, Manila (Flug ca. 4 Stunden, anschließend noch eineinhalb Stunden mit dem Auto durch die nächtlich Rushhour in Manila und einer guten Nacht und entspannte Stunden in Pool eines schönen Hotels) und Taipeh (Flug ca. 2 Stunden, Aufenthalt von ca. 20.30 – 23.30 Uhr: Nora schläft, Jaron ist putzmunter, beide Eltern todmüde…) nach Frankfurt (Flug ca. 13 Stunden, 10 Stunden haben die Kinder geschlafen, Super!) geflogen. Die Reise hat super geklappt! Zufällig flogen unser philippinischen Kollegen Edwin Huevos und seine Frau mit uns in den gleichen Fliegern nach Manila und halfen uns immer wieder. Unsere Kinder haben alles richtig gemacht:  Im Flieger haben sie viel geschlafen, im wachen Zustand waren sie voller Vorfreude auf ihren Opas und Omas und an den Flughäfen voller Entdeckergeist und Abenteuerlust. Und trotzdem sind wir Freitagabend in Deutschland todmüde und erschöpft angekommen.

Oma und Opa aus Erlangen und Onkel Jakob haben uns am Frankfurter Flughafen freudig in Empfang genommen. Nach ein paar Stunden ging es dann aber auch schon weiter nach Ostfriesland. Ausgerechnet mit der Deutschen Bahn sind wir dann noch einmal ins straucheln geraten, als ein Zug plötzlich nicht fuhr und wir mit einem riesen Berg an Gepäck und zwei inzwischen doch etwas unleidigen Kindern noch mal Gleis wechseln mussten. Da freut man sich, wenn einen ein fremder Mann anspricht: „Ihr seht irgendwie aus, als könntet ihr Hilfe gebrauchen…“ Er sagte es, lud sich unsere riesige Reisetasche auf den Rücken und packte den Koffer in die Hand. Gott sei Dank!

Mit dem Brumbrum, wie Jaron zu Autos sagt, holten meines Eltern uns dann vom Bahnhof ab. Noras Blick als sie halb schlafend die Oma am Bahnsteig erkennt, hätte man mal filmen sollen.

Nun genießen wir adventliche norddeutsche Kultur: das Weserstadion, Weihnachtsmärkte und das nass kalte Wetter. In Oldenburg, Bremen und Neuenburg haben wir auf dem Markt viele Leckereien verzehrt. Überhaupt essen wir hier unglaublich viel! Da muss man sich erst wieder dran gewöhnen, dass man aufpassen muss, dass man nicht ständig zu viel isst. Im Weserstadion habe ich (Knut) mit meinem Bruder Enttäuschung über einen verschenkten Sieg gegen Mainz geteilt. Nora stiefelt durch den Matsch. Es ist ein besonderer Urlaub – Deutschland im Winter, so anders als die warmen Tropen in Papua-Neuguinea. Davon mehr in einem zweiten Urlaubsartikel…

Erst einmal verbleiben wir mit herzlichen Grüßen aus Ostfriesland und wünschen eine gesegnete Adventszeit,

Eure / Ihre Cramers

Gemeinsam unterwegs…

Ich (Anne) denke, dass die weltweite Kirche nur sichtbar und erlebbar wird, wenn es lebendige, personelle Verbindungen zwischen den einzelnen Kirchen gibt. Das ist für mich ein wesentlicher Grund, warum wir hier sind. Gemeinsam die weltweite Kirche sichtbar und erfahrbar werden lassen. Gemeinsam unterwegs sein….

„Gemeinsam unterwegs sein…“ dazu gehen mir ganz verschiedene Begebenheiten und Erlebnisse durch den Kopf, die ich in den letzten Monaten beobachtet und erfahren habe.

An einem freien Samstag frage ich die Frau eines Kollegen, ob sie Lust hätte mit mir, den Kindern und dem deutschen Ehepaar, das gerade als Unterstützung des Stationmanagers da ist einen Ausflug zu machen. Ihre Familie wohnt in der Gegend, es gibt einen schönen Markt mit gutem Gemüse.

IMG_7175Vielleicht ist auch noch ein Besuch am Strand drin. Sie freut sich sichtlich über die Gelegenheit und wir brechen gemeinsam auf. Gemeinsam unterwegs… Wir haben das Auto, sie die Beziehungen und das Wissen, wo man gut baden kann und zu welcher Zeit man am besten beim Markt auftaucht. Ich freue mich, durch den Besuch bei ihrer Familie wieder einen Eindruck mehr vom normalen Leben hier zu bekommen. In Deutschland haben wir uns manchmal mit einer befreundeten Familie getroffen und sind gemeinsam in den Tierpark oder zum Baden. Das war schön und man musste nicht viel überlegen. Hier ist das ein bisschen anders. Gemeinsam unterwegs… Aber wer sitzt im Auto vorne auf den bequemeren und auch sichereren Plätzen und wer hinten auf den „billigen Plätzen“? Wir vorne, weil uns das Auto gehört? Die Frauen hinten, weil das hier so üblich ist? Bisher habe ich immer darauf bestanden, dass zumindest Nora in ihrem Kindersitz sitzt und ordentlich angeschnallt ist. Jaron sitzt auf meinem Schoß. Wir sitzen in der Mitte des Autos. Ich bin froh, dass unser deutscher Kollege ein umsichtiger Autofahrer ist und nicht durch die Schlaglöcher rast, wie das hier oft zu beobachten ist. Bei einer recht maroden Brücke hält er an, um sich erst mal vom Zustand zu überzeugen. Von „hinten“, unserem neuguineischen Kollegen, kommt ein etwas irritiertes Zungenschlagen („Tztztztzt….“) Ganz offensichtlich hat er kein Verständnis für die langsame Fahrweise und diese unnötige Pause. „Wir Niuginis fahren jeden Tag über diese Brücke…“ höre ich ihn sagen. Umgekehrt mein deutscher Kollege. Er ist voller Unverständnis, dass die Menschen hier so wenig Sorge für die Infrastruktur übernehmen und die wenigen Holzplanken, die die Brücke passierbar machen lose daliegen, total marode sind oder schlicht achtlos am Straßenrand liegen, anstatt die Brücke zu stabilisieren. Gemeinsam unterwegs und doch aus ganz unterschiedlichen Welten!

IMG_7199 Als wir bei der Familie unserer Kollegen ankommen, klettert sofort ein Junge auf eine Kokospalme um uns frische Kulau (das Wasser der Kokosnuss) zu servieren. Wahre Gastfreundschaft! Anschließend gehen wir noch baden. Den wunderbaren Strand, den wir ohne die Hilfe unserer Kollegen wahrscheinlich nie gesehen hätten, genießen wir dann in gleicher Weise. Da spielen die Unterschiede dann mal keine Rolle!

Eine Erfahrung der letzten Monate ist diese: Es kann ganz schön anstrengend sein, sich in einer fremden Kultur zu bewegen, sich auf die Leute einzulassen, manche Unterschiede in Denken und Verhalten zu erleben und damit umzugehen! Auch die Abgeschiedenheit war für mich ziemlich herausfordernd. Wegen der langen Regenzeit war ich mehrere Monate „vor Ort“ in Logaweng. Knut ist zwischendurch mal nach Lae gefahren, ich bin mit den Kindern „zu Hause“ geblieben weil die Überfahrt mit dem  kleinen Boot bei unstetem Wetter einfach keinen Spaß macht und auch nicht ganz ungefährlich ist. Alleine war ich ja nicht, jeden Tag hatte ich Kontakt mit etlichen Leuten. Irgendwie war ich aber doch auch alleine. Unsere Kulturen, unsere Lebensführung, unser Denken sind eben doch sehr verschieden. Und dann plötzlich zum vierten Term kommen innerhalb von drei Wochen erst Eric – unser Volunteer, dann Jomie – ein „alter“ Papua-Neuguinea-Missionar als Short Term Lecturer, und schließlich Ehepaar Bonnyai zur Unterstützung des Stationmanagers. Plötzlich hatten wir Nachbarn, in den Häusern um uns brannte abends Licht, immer wieder wurden wir zum Essen eingeladen, man konnte auf deutsch ein paar Worte wechseln, wenn wir uns vor der Tür trafen…Es ist eine schöne Erfahrung, dass wir hier nicht „alleine“, sondern „gemeinsam“ mit anderen Mitarbeitern von Mission EineWelt unterwegs sind. Dass es eine Gemeinschaft der „Wantoks“ (= Mitglieder einer Sprachgruppe) gibt. Es hat mir gutgetan, für eine begrenzte Zeit Wantoks in Logaweng zu haben. Ein echtes Highlight war ein kurzer Besuch auf der nahen Tami-Inselgruppe mit Jomie und Eric. Wahres Südseefeeling und eine gute Portion Entspannung!

IMG_7743Wenn wir nach unserem Urlaub nach Logaweng zurückkehren, wird zumindest noch Eric da sein. Dann bietet die Abgeschiedenheit in Logaweng zumindest wieder die Chance sich ganz auf die Leute hier einzulassen und nicht der Gefahr zu erliegen, doch lieber „unter sich“ zu bleiben.

Kurz nach dem großen Reformationsjubiläum war Knut eingeladen, einen Gottesdienst in dem Dorf Kamlawa zu halten. Als sich herausstellte, dass es nicht nur ein „normaler“ Gottesdienst, sondern ein Gottesdienst mit Abendmahl, 6 Trauungen und 28 (!) Taufen werden würde, war er doch sehr froh, dass einer der nationalen Kollegen, sich bereit erklärte mit ihm diesen Gottesdienst zu gestalten. Gemeinsam unterwegs… Auch ich mit den Kindern war natürlich dabei. Für Nora sind solche Veranstaltungen nicht ganz einfach. Wo wir hinkommen, bildet sich eine Traube von Kindern um uns, alle wollen Nora mal anfassen, sobald sie nur ein Wort sagt, geht ein Raunen und Kichern durch die Menge. Natürlich ist das nicht leicht! In der Regel trifft man sich vor dem Gottesdienst erst mal im sogenannten „Haus man“ mit den Gemeindeältesten und trinkt einen Tee oder Wasser. Dieses „Haus man“ ist nach allen Seiten offen. Ich muss mich daran gewöhnen, dass ich dort keine Regung machen kann, ohne aus den umliegenden Häusern von unzähligen Leuten beobachtet zu werden. Es kommt auch vor, dass Leute ganz direkt mit ihren Mobilephones Fotos von uns machen. Dann kommt man sich ein bisschen vor wie im Zoo. Ich habe den Gottesdienst dann mit der Frau des nationalen Pastors nicht in der völlig überfüllten Kirche, sondern vom „Haus man“ aus beigewohnt. Der ging immerhin an die vier Stunden, die Kinder hatten irgendwann auch keine Lust mehr, stillzusitzen. Dabei wird jede Regung wie gesagt beobachtet, gelegentlich kommentiert oder anderswertig bedacht. Das ist anstrengend!

Und auf der anderen Seite finde ich es dann toll, dass wir hier gemeinsam Gottesdienst feiern. Die Freundlichkeiten, die man austauscht, kommen meinem Gefühl nach echt von Herzen.

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Man begegnet sich als Christen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Man nähert sich an. Man ist gemeinsam unterwegs. Schließlich sitzt auch Nora mit ein paar Kindern am Boden und spielt versonnen mit den herumliegenden Muscheln. Und Jaron wird stolz von diversen Frauen durch den ganzen Ort getragen.  „Maski“ (…“ist doch egal“…), dass dabei unzählige Fotos von ihm gemacht werden.

Uns hat es dann schon stutzig gemacht, dass so viele Taufen auf einmal stattgefunden haben und vom Baby bis zum 7jährigen alles dabei war. Sollten die Leute ihre Kinder zur Taufe bringen, weil es etwas Besonderes ist von einem „Whitskin“ getauft zu werden? Zumindest theologisch wäre das fragwürdig. Wir haben anschließend den Leiter des Seminars gefragt, wie er das einschätzt. Der meinte, dass solche „Massentaufen“ durchaus üblich seien. Ob er das jetzt gesagt hat, weil das so ist, oder weil er uns nicht beunruhigen oder enttäuschen wollte… So genau unterscheiden können wir das nicht.

Mit dem Schuljahresende geht ein weiteres wichtiges Ereignis einher: Die Graduation.

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Dafür wird das ganze Gelände herausgeputzt, Essen herangeschafft und Zelte für die vielen Besucher aufgebaut. (Es ist schon beeindruckend, wie die Leute dies in kürzester Zeit aus reinem Buschmaterial hinbekommen!) Dann bekommen die Studenten des Abschlussjahres in einem feierlichen Gottesdienst ihre Zeugnisse überreicht. Viele Menschen aus den umliegenden Dörfern kommen zu diesem Ereignis nach Logaweng, um so ihre Solidarität mit dem Seminar und den zukünftigen Pastoren auszudrücken. Studenten, denen es schwergefallen ist, die Schulgebühr bis zur letzten Woche aufzutreiben, haben plötzlich Geld, um ein Rind kaufen und großzügig Fleisch an alle Lehrer zu verteilen. Da wurden auch wir nicht übergangen haben bestimmt 5 Kg feinstes Rindfleisch (und so manche derbe Schwarte) bekommen. Knut und ich haben beide gemerkt, dass uns die Studenten ans Herz gewachsen sind, dass wir es mit feinen Leuten zu tun haben, die ihren Dienst ernst nehmen und sich gerne für ihren zukünftigen Dienst haben zurüsten lassen. Wir wissen noch zu wenig über die Herausforderungen und Fragen, die sich diesen angehenden Pfarrern in ihrem Dienst stellen werden. Die Probleme sind ganz anders gelagert als in unserer Kirche und Gesellschaft. Wir sind jetzt hier um mitzuhelfen, dass theologische Fragen gut durchdacht werden. Wir sind hier, um mit einer anderen Sicht als der gewohnten auf manche Dinge zu schauen. Wir sind auch hier, um selbst zu lernen. Ich bin in dieser Beziehung zumindest noch ziemlich am Anfang eines Weges. Eines machen uns die Graduation, und die vorhergegangene Amamas Nait ( „Nacht zum Freuen“, ein gemeinsamer Bunter Abend zum Abschluss des Schuljahres) und das gemeinsame Essen mit allen frisch gebackenen Theologen und Lehrern deutlich: Wir sind hier ein Teil einer Studien- und Lebensgemeinschaft. Uns wird viel Respekt und Wohlwollen entgegengebracht. Wir sind gemeinsam unterwegs.

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Das Schuljahr ist vorbei, es wird ruhiger am Seminar. Immer mehr Studenten brechen zu ihrem Ples (Dorf) auf, um mit ihren Familien Weihnachten zu feiern. Bei uns steigt die Vorfreude auf unseren „Ples“. Eines Nachmittags kommt eine Frau eines Studenten bei uns am Haus vorbei. Ich mag diese Frau gerne, wir haben schon oft miteinander gesprochen und unsere Kinder haben miteinander gespielt. Ich frage sie, wann sie denn aufbrechen werden. Da fängt sie an…“ Ach, sie würden ja gerne zum Ples fahren….Aber sie haben kein Geld, sie werden wohl hier bleiben müssen….die Kinder seien auch schon ganz traurig, weil sie das zweite Weihnachten in Folge Oma und Opa nicht sehen,…Sie hätten hin und her überlegt aber es gehe einfach nicht…“. Ich widerstehe meinem ersten Impuls in dieser Situation mit einem finanziellen Zuschuss auszuhelfen. Aber die Begegnung lässt mich trotzdem nicht kalt. Mir tut es leid, dass viele Menschen hier so arm sind. Ich finde es schwer, dass wir im vergleich dazu so unglaublich reich sind. Es würde uns nicht sehr weh tun dieser Familie die Reisekosten zu erstatten. Doch erst einmal bleibt es bei einem „Tut mir wirklich Leid…“ meinerseits. Am nächsten Morgen schaue ich nicht recht. Sitzt doch die ganze Familie auf gepackten Koffern auf dem Seminarauto, um zur Bootsanlegestelle Richtung Lae zu fahren. Da hat sich über Nacht offenbar doch noch ein Weg gefunden die Reise anzutreten. Oder anders ausgedrückt „Klappern gehört zum Geschäft“ und „Man kann´s ja mal versuchen…“.

Nächste Woche steigen wir aufs Auto und ins Boot und dann sind wir als Familie erst mal wieder eine Weile gemeinsam unterwegs…

Reformation-Feiern in Papua-Neuguinea

„Ich dachte, die Lutherische Kirche sei tot, aber nun ist sie wieder auferstanden.“ So sprach ein Mitarbeiter der katholischen Kirche über die Lutherische Kirche in und um Mount Hagen nach dem Reformationsfest. Ich weiß nicht, was vorher war, aber ich habe drei beeindruckende Gottesdienste erlebt. Besonders die Christinnen haben ihn durch ihre Tänze bereichert.

Auch Vorträge, Predigten, Gebete und vieles mehr gehörten zu den 3-4 stündigen Gottesdiensten am 29.10, 30.10. und 31.10. Ich war nach Hagen eingeladen, um daran mitzuwirken. Am Reformationstag selbst hatte ich die Ehre vor mehreren tausend Leuten zu predigen. Sogar Fernsehen, Radio und Zeitungen berichteten von dem Ereignis:

http://www.thenational.com.pg/lutherans-turn-mt-hagen-red-mark-churchs-500th-year/

Ich habe weder in Hagen noch in Finschhafen oder in Lae eine kritische Auseinandersetzung mit Martin Luther erlebt, sondern vor allem Identitätssuche. Die Lutherische Kirche ist eine der größten in diesem Land mit einer beeindruckenden (Missions-)Geschichte. Es gibt Halt, in ihr Mitglied zu sein. Ziel meiner Predigt war es, Luther als Verkündiger Jesu Christi darzustellen.

Christen in diesem Land ist bewusst, dass das Evangelium durch die Mission zu ihnen gekommen ist. Daher wurde ich als Missionar und Vertreter der Partnerkirchen eingeladen, ihnen das Evangelium zu zusprechen. Ob Luther nun im kalten Wittenberg die Thesen angeschlagen hat oder nicht, hier wird er als Champion der Wahrheit gefeiert.

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Er hat das Evangelium wieder ans Licht gebracht, wird hier häufig gesagt. Treffender scheint mir: Er hat es neu „übersetzt“. Das ist interkulturelle Arbeit und dies sehe ich auch als meine Aufgabe an. Ich versuche hier wie wahrscheinlich viele Pfarrer in Deutschland ebenfalls, das Evangeliums ständig neu zu übersetzen.

Reisen in diesem Land ist so eine eigene Sache: Sonntag, den 29.10. bin ich nach einer Nacht in Lae und einer unfreiwilligen Nacht in der Hauptstadt Port Moresby vormittags in Hagen angekommen. (Zwei Flüge waren gestrichen worden, eigentlich sollte ich mittags am 28.10. mit einem Direktflug nach Hagen kommen.) Am 01.11.2017 bin ich zurückgeflogen und habe wieder eine Nacht in Lae geschlafen und bin dann mit einem Boot nach Finschhafen zurückgefahren. Es war schon viel Aufwand, aber nur so konnte ich dieses Land besser kennenlernen. Ich habe viele äußerst geduldige, freundliche, höfliche und beziehungsorientierte Menschen getroffen. Kriminalität ist mir nur indirekt begegnet, obwohl Hagen wie auch Lae einen sehr schlechten Ruf haben. Für fast jedes Haus besteht anscheinend die Notwendigkeit, einen eigenen Wachmann anzustellen.

Zurück im überschaubaren und sicheren Logaweng hat eine der stressigsten Zeiten des Jahres für mich begonnen: Ich musste noch viele Aufsätze korrigieren, um die Abschlussnoten geben zu können. Weiterhin galt es diese Woche noch den normalen Unterricht zu erteilen und einen Gottesdienst am kommenden Sonntag mit 24 Taufen und 6 Hochzeiten und Abendmahl bereite ich gerade vor. Den halten wir übermorgen zu dritt in einer Nachbargemeinde.

Die Noten sind nun abgegeben und viele Feierlichkeiten sind im vollen Gang. Der Abschlussjahrgang hatte gestern Abend alle Lehrer zum Essen eingeladen. Dafür wurde extra ein schlachtreifes Schwein gekauft und viele Bilums geknüpft. Nächste Woche werden feierlich alle Zeugnisse überreicht.

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Das erste Fest, auch zur Verabschiedung von Jomie Wild, unserem Gastdozenten, und von Ehepaar Bonnyai haben wir am Freitag, den 03.11. schon gefeiert. Gerade kommt also wirklich ein Fest nach dem anderen, da weiß man manchmal gar nicht mehr wo einem Kopf und Magen stehen. Mit viel Liebe und Hingabe werden Reden gehalten, Theaterstücke vorgeführt, Gesänge präsentiert, sowie großes Essen aufgefahren.

Gebet, Gesang und Gespräche

Es ist ein wenig schwer von all dem zu berichten, was in den letzten 2 Wochen passiert ist: Zuerst hatten wir vom Referenten für Pazifik, Ostasien und Papua-Neuguinea von Mission EineWelt, einem bayrischen Gemeindepfarrer und den zwei Dozentenkollegen aus Fidschi und den Philippinen Besuch. Es tat unheimlich gut, sich mit allen auszutauschen. Einen der Kollegen, Alois Schwarz, kannten wir schon vom Vorbereitungsseminar. Wir haben uns riesig über den Besuch gefreut, auch weil es Gelegenheit gab, vieles einmal zu besprechen. Er hatte vorher schon hier gearbeitet und konnte uns so gut verstehen.

Einmal sind auch alle Übersee-Mitarbeiter zu einem gemeinsamen Abendessen zusammengekommen: 2 deutsche Ärzte, 1 Arzt aus Madagaskar, 1 deutscher Gastdozent, 1 philippinischer Kollege mit seiner Frau, 1 philippinischer Stationmanager, 1 deutsches Senior-Expert-Ehepaar als kurzfristige Unterstützung des Managers und der Buchhaltung, 1 Freiwilliger, die 4 Gäste, und vier 4 – 17 Frauen und Männer haben festlich gespeist. Leider war dieses Essen auch ein Abschiedsessen für eine der beiden Ärztin, die wir als Familie sehr vermissen werden.

Wir alle sind am 04.10. nach Alexishafen bei Madang aufgebrochen. In Gagidu, 8 km von Logaweng entfernt, haben wir auf der Landepiste auf den Flieger gewartet.

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Besonders der Flug zurück war etwas ganz Besonderes, da der Pilot Freude daran hatte uns das besondere Gesicht der Schöpfung Gottes in Papua-Neuguinea zu zeigen. Das Land ist unheimlich zerklüftet. Darum leben einige Menschen total isoliert.

In Alexishafen stand eine gute Mischung aus Vorträgen, Konferenzen, Bibelarbeiten und Freizeit auf dem Programm. Es tat gut, aus neuen Perspektiven auf unser Leben und unsere Arbeit hier zu schauen. Das Thema war treffend „beyond“. Obwohl Jaron gerade in dieser Zeit einen weiteren Backenzahn bekommen musste und obwohl wir abends mit den Kollegen zusammensaßen, sind wir erholt nach Finschhafen zurückgekommen. Das Programm, aber auch Gebet, Gesang und Gespräche wie auch gutes Essen und Schwimmen im Meer haben der Seele einfach gutgetan.

Jetzt hoffe, ich dass der Schwung nicht nach nachlässt. Gut 4 Wochen Unterricht liegen noch vor uns. Ich korrigiere gerade die Predigtarbeiten des letzten Jahrgangs. Die Studenten dieses Jahrgangs schreiben diese Woche Probeprüfungen, 2 Wochen später die eigentlichen Abschlussprüfungen. Ansonsten stehen noch große Feierlichkeiten an, denn viele Studenten werden in die Gemeinden zum Vikariat oder zum Pfarrdienst entsandt. (Nach dem Vikariat müssen alle noch für 1 Jahr zum Seminar zurück.)

Ferner bereite ich gerade einen Vortrag zum Reformationsjubiläum und eine Predigt vor, weil ich eingeladen wurde, in Mount Hagen bei den Feierlichkeiten mitzuwirken. Ich freue mich schon auf die Begegnungen und den nächsten Flug.

Eine Fortbildung für alle Pfarrer und Evangelisten ist für Ende November noch geplant. Anschließend, Anfang Dezember, fliegen wir nach Deutschland: Den gesamten Jahresurlaub werden wir in Ostfriesland bei meinen Eltern und in Erlangen bei Annes Eltern verbringen. Wir freuen uns schon, Familie und Freunde wieder zu sehen.